Blogbeitrag

Wie bekomme ich mein Kind dazu mitzumachen? Wo kommt die Motivation her?

Nun ja, das wichtigste was dein Kind dafür benötigt ist dass es eine Änderung möchte. Der Willen zur Veränderung ist ein wichtiger Schritt, denn wenn jemand das Problem nicht sieht und nicht bereit ist etwas zu ändern, passiert gar nichts. 

Um neue Motivation zu entwickeln ist es als nächstes wichtig herauszufinden, was das eigentliche Ziel sein soll. Was will dein Kind erreichen? Wovon träumt es und sind diese Träume und Ziele auch realistisch erreichbar? Wenn es vorher mehrere Fünfen in einem Fach geschrieben hat, ist es eher unwahrscheinlich, dass dein Kind auf dem nächsten Zeugnis eine eins stehen hat. Doch eventuell traut es sich eine drei zu? Eine vier ist doch bestimmt erreichbar. Wenn es daran hapert Vokabeln zu lernen, sollte das Lernen dieser zu einer besseren Note führen. 

Nehmen wir doch dieses Beispiel. Dein Kind hat in Englisch das Problem sich nicht zum Vokabeln lernen motivieren zu können. Es wünscht sich eine drei auf dem Zeugnis. Realistisch betrachtet ist es machbar und Deine Kind traut sich diese Note auch zu. Dann wäre das Ziel schon mal klar. Ihr notiert auf einem Zettel zunächst in kurzen Stichpunkten  was das Ziel ist. Der nächste Schritt wäre: Wie fühlt es sich an, wenn das Ziel erreicht ist? Wie sieht das aus? Was sieht und hört dein Kind? Es soll sich genau vorstellen, was passiert, wenn es diese Note in dem Heft sieht. Was sagt es sich selbst? Was stellt es sich vor sagst du? Wer könnte noch etwas schönes sagen? Wie fühlt sich das an? Dieses Ergebnis notiert ihr wieder in kurzen Stichpunkten oder Sätzen. Bis dahin alles klar? Jetzt kommt der Teil, an dem sich dein Kind fragt, was sein größtes Hindernis ist. Was ist der Grund, warum es bisher nicht funktioniert hat? Auch hier lass deinem Kind etwas Zeit zum nachdenken. Ist es ein hinderliches Gefühl, wie zum Beispiel Langeweile? Oder ist es das Handy, was im Zimmer liegt? Lass es ruhig 2-4 Hindernisse notieren, außer es kennt sein Hindernis direkt. Sollten es mehr als eins sein, dann notiert alle und es soll sich überlegen, welches das größte Hindernis darstellt. 

Das Ergebnis auch auf dem Zettel notieren. Jetzt folgt der letzte Schritt. Der Plan! Was geschieht zukünftig. Dein Kind kennt das persönliche Ziel, es weiß wie das Ergebnis aussieht und sich anfühlt und es kennt das größte Hindernis. Was kann getan werden, dieses Hindernis zu umgehen und zu überwinden? Ihr notiert diesen Plan in einen einfachen Satz: 

Immer wenn (hier kommt das Hindernis hin: Wann und Wo passiert es?), dann (hier steht was dein Kind machen will, um das Hindernis zu bewältigen)! Wichtig dabei ist, dass dein Kind möglichst selbst auf die Ideen kommt. Wenn dir die Ideen falsch vorkommen, oder das Ziel nicht das ist was DU dir vorstellst, dann mache dir klar, dass dies der Plan deines Kindes ist. Ziele die von außen, von anderen vorgegeben werden, wird dein Kind nicht erreichen. Das Ziel und der Plan muss mit den Worten deines Kindes geschrieben werden. Dein Kind darf von den Dingen überzeugt sein. Du darfst andere Meinung sein, aber akzeptiere die Meinung deines Kindes. Auch wenn die Note nicht die Note ist, die dich glücklich stimmt, es ist die Note deines Kindes. Sonst stell dir vor jemand anderes gibt dir deine Ziele vor. Ziele die dich wenig überzeugen. Hättest du da noch Lust deine Pläne und Ziele zu erreichen? Wahrscheinlich eher nicht. Vertraue deinem Kind. Es weiß was es will und wird das erreichen. 

Zurück zum Plan. Zu dem einen Satz. Lass dein Kind diesen Satz einmal laut lesen. Es soll sich diesen einen Satz gut anhören. Dann kann es den Satz in der Lieblingsfarbe aufschreiben und den Zettel gestalten. Wenn es will, ansonsten einfach auf einen Zettel schreiben. Diesen Plan hängt ihr am Lernort auf. Er kann auch an einem anderen Ort gingen, wo dein Kind öfter vorbeikommt. Es können auch mehrere Zettel im Haus oder der Wohnung aufgehängt werden. Der nächste Schritt ist, dass sich dein Kind den Plan im Kopf vorsagt. Beim Zähneputzen, vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen. Mehrmals am Tag, damit sich der Plan verfestigt. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass durch das bewusst machen des persönlichen Hindernisses und der Erstellung des Plans, eine Erreichung des Ziels sehr viel wahrscheinlicher von Erfolg gekrönt ist. 

Viel Erfolg bei der Umsetzung! Ich freue mich sehr über eure Erfolgsmeldungen per Mail. Oder auch bei Fragen könnt ihr mich gerne kontaktieren. 

Über mich

Ich liebe meine Arbeit, denn ich liebe zu beobachten, was sich beim Gegenüber verändert.

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